Tania Woodhatch

January 6, 2012
by Tania
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Neues Jahr – neuer Job

Nach sechseinhalb spannenden Jahren als Verantwortliche für Administration, Lehrlingsausbildung und Qualitätsmanagement beim internationalen Hilfswerk TearFund Schweiz verspüre ich die Lust auf eine berufliche Neuorientierung. Da ich einige Leute kenne, kam ich auf die Idee, über meine Stellensuche auf meinem Blog zu schreiben.

In den nächsten Zeilen erfahren Sie, was mich bewegt, was ich mitbringe und vielleicht haben Sie ja Hinweise für eine spannende Organisation, für die ich mich engagieren könnte.

Was ich mitbringe:
Neusprachliche Matura, Allroundpraktikum mit kaufmännischem Bildungsgang, 10 Jahre Berufserfahrung im Bereich Administration, rasche Auffassungsgabe, vernetztes Denken, sehr gute Fremdsprachenkenntnisse (E, Sp, F) und vertieftes Fachwissen in den Bereichen: Qualitätsmanagement / Prozesse (ISO 9001 / NPO-Label), Ausbildung von Lernenden (KV / Büroassistent), Begleitung von Praktikanten (Arbeitsintegration), langjährige Erfahrung in Spender- / Mitgliederbetreuung und diesbezüglichen Fundraising-und Marketinginstrumenten, Team-Support für IT-Anwender-Probleme, Datenbank-Administration, Flair für soziale Medien (Facebook, Twitter).

Was ich suche:
Gewünschtes Pensum: 40-80%
Region: Grossraum Zürich
Organisation: Non-Profit Organisation oder im Sozialbereich einer staatlichen/kantonalen Behörde.

Zentral bei der gewünschten Tätigkeit ist für mich die Kommunikation. Ob am Telefon, per Mail oder persönlich (als Drehscheibe im Team oder Anlaufstelle für externe Anfragen), ich erteile gerne Auskünfte und unterstütze Kunden oder Mitarbeitende in verschiedensten Belangen.

Mein Herz schlägt besonders für Menschen am Rande unserer Gesellschaft, die aufgrund von Vorurteilen oder Unwissen stigmatisiert werden. Es ist mir ein grosses Anliegen, diese Menschen zu ermutigen, in dem ich ihnen auf der gleichen Augenhöhe, mit Wertschätzung und Respekt begegne. An diesem Punkt nicht stehen zu bleiben sondern meine Mitmenschen über wichtige Zusammenhänge zu sensibilisieren und ihnen eine differenzierte Sicht aufzuzeigen ist mir wichtig.

Nach einer Initialausbildung im Bereich Qualitätsmanagement habe ich an meiner jetzigen Arbeitsstelle bei TearFund Schweiz die Gesamtplanung für die Erstzertifizierung nach ISO 9001 und für das NPO-Label vorgenommen und das Team mit Schulungen darauf vorbereitet. Durch diese wertvolle Erfahrung konnte ich mir wichtiges Wissen im Bereich Projektmanagement und Prozessoptimierung aneignen.

In meiner Tätigkeit als Lehrlingsausbildnerin arbeite ich seit rund zehn Jahren mit meist Jugendlichen oder jungen Erwachsenen zusammen, was mir viel Freude bereitet. Seit drei Jahren begleite ich als Praktikumsverantwortliche Menschen mit schwierigem Hintergrund (psychische und / oder gesundheitliche Einschränkungen) mit dem Ziel, sie auf den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Durch die fachliche und soziale Begleitung habe ich wertvolle Erfahrungen gesammelt die ich gerne weiterhin einbringen möchte.

Kennen Sie eine Organisation, wo solche Erfahrungen gefragt sind? Wünschen Sie sich eine Mitarbeitende, die sich durch ein grosses Engagement und hohes Verantwortungsbewusstsein auszeichnet? Eine Mitarbeitende, die gerne mitdenkt und konstruktive Vorschläge einbringt, mit ihrer hilfsbereiten und stets freundlichen und ausgeglichenen Art zu einer positiven Atmosphäre beiträgt?

Für weitere Auskünfte stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Nehmen Sie mit mir Kontakt auf; ich freue mich!

October 25, 2011
by Tania
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Herzlichen Dank für Ihre Stimme!

Am Sonntagabend haben wir in Winterthur die Wiederwahl von Maja Ingold gefeiert. Der Erhalt des Nationalratssitzes der EVP war ganz und gar keine Selbstverständlichkeit, nachdem viele etablierte Parteien schmerzliche Einbussen verzeichnen mussten.

 

Auch persönlich durfte ich einen Erfolg feiern. Als Zweitplatzierte auf der jungen Liste der EVP gestartet erhielt ich von den 34 Kandidierenden mit 2162 am meisten Stimmen. Dieses Zeichen des Vertrauens hat mich sehr gefreut! Wer sich für die Details der Wahlresultate interessiert, kann hier das Resultat jeder Partei und jedes einzelnen Kandidierenden pro Kanton, Bezirk und Gemeinde abfragen.

Die junge EVP und ich freuen uns sehr über das gute Resultat unserer Liste. Wir kamen auf einen Wähleranteil von 0,32%, was vielleicht nicht nach sehr viel klingt, aber für eine kleine Jungpartei überaus gut ist. So konnten wir viele Jungparteien hinter uns lassen und waren stärker als die junge SVP, Jungfreisinnige, junge CVP, junge EDU und die Konfessionslosen.

Ganz nach dem Motto „nach den Wahlen ist vor den Wahlen“ werden wir nicht ruhen und uns auch weiterhin für eine gesunde Gesellschaft engagieren. Was sind Ihre Anliegen? Was soll verändert werden? Mit meiner Präsenz in den verschiedenen Netzwerken wie Facebook und Twitter möchte ich am Puls der Zeit sein, zuhören und möglichst niederschwellig für Anfragen und Ideen erreichbar sein. Nehmen Sie einfach Kontakt mit mir auf.

October 16, 2011
by Tania
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Fairplay – unabdingbar für eine funktionierende Politik

Vorletzte Woche berichteten diverse Medien über den Rücktritt von Josef Bütler als Gemeindeammann von Spreitenbach. Der Vater von 3 Kindern, sowie seine Familie, seien über längere Zeit bedroht und gemobbt worden, worauf er sich zum Schutz seiner Familie entschied, sein verantwortungsvolles Amt abzugeben. Was ihm zum Verhängnis wurde: Er äusserte sich positiv zum Zusammenleben der Ausländer und Schweizer in Spreitenbach. Die Drohungen kamen nicht etwa von Ausländern, sondern von Schweizern!

Das ist starker Tobak. In einer Gesellschaft, die für sich beansprucht, besonders weit entwickelt und ein Vorbild für andere zu sein, ist ein solcher Vorfall nichts anderes als ein Armutszeugnis. Es zeigt auf, wie weit Selbstbild und Realität auseinander klaffen können und dass wir mittlerweile ein ernsthaftes Problem in Bezug auf Ausländerhass in der Schweiz haben.

Mehrere Mitglieder der jungen EVP Kanton Zürich und Aargau – in Begleitung eines menschengrossen Güggels - waren deshalb am letzten Samstag in Spreitenbach und haben der Bevölkerung rote Karten verteilt.

   

 

 

 

 

 

 

 

Damit wollten sie zeigen, dass ein solches Verhalten absolut inakzeptabel ist. Das Zusammenleben kann nur dann funktionieren, wenn trotz unterschiedlicher Standpunkte der gegenseitige Respekt gewährleistet ist. Es spielt keine Rolle, von welcher Partei jemand betroffen ist, solche Drohungen und Diffamierungen sind in jedem Fall aufs Schärftste zu verurteilen.

Auf die Aktion gab es viele positive Rückmeldungen. So sagte eine Passantin: „So etwas dürfen wir nicht tolerieren. Ich bin auch bestürzt. Wohin führt uns das nur?“. Die *jevp fordert die Leute mit der Aktion auf, sich für einen fairen und respektvollen Umgang miteinander zu engagieren. Das geht jeden etwas an und beginnt im Alltag. Fairplay sollte überdies auch in der Politik eine Selbstverständlichkeit sein. Ein solcher Vorfall wie der von Herrn Bütler muss eine Ausnahme bleiben – und wir alle können etwas dazu beitragen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Links:
http://www.evppev.ch/spreitenbach

August 28, 2011
by Tania
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Armut bekämpfen – warum gerade die Schweiz eine Vorreiterrolle übernehmen sollte

Als Mitarbeiterin im internationalen Hilfswerk TearFund Schweiz bin ich täglich mit der weltweiten Not konfrontiert. Mit erschütternden Tatsachen, wie dass beispielsweise in Afghanistan jede 6. Frau während der Schwangerschaft stirbt (in der Schweiz ist es jede 7900ste). Dies aufgrund der sehr schlechten medizinischen Versorgung und weil Frauen um die 30 – also in meinem Alter – bereits oft bis zu 10 Schwangerschaften hinter sich haben und der Körper völlig ausgelaugt ist. Auch die eigentlich untragbare Situation in vielen Ländern, dass Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser – geschweige denn zu sanitären Anlagen (einfache Latrinen) – haben, macht mir zu schaffen. Dazu kommt, dass auf der einen Seite fast die Hälfte der produzierten Lebensmittel weggeworfen wird, andererseits rund eine Milliarde Menschen auf dieser Welt hungern.

Die *jevp Schweiz hat zu diesem Thema einen Wahlfilm produziert:
Wahlfilm *jevp Schweiz – Armut halbieren – Reichtum teilen – fair wirtschaften

Deshalb bin ich der Meinung: Als eines der reichsten Länder der Welt muss die Schweiz für weniger privilegierte Menschen einstehen und sich solidarisch zeigen. Die Industrieländer haben ihre Vormachtstellung häufig ausgenützt und mit ruinösen Preisen die lokalen Märkte in Entwicklungs­ländern zerstört. So ist es nun an uns, etwas vom unrechtmässig erhaltenen Gewinn zurück zu geben. Die Erhöhung der Entwicklungszusammenarbeit auf 0,7% des Bruttonationaleinkommens ist ein kleiner Beitrag dazu.

Es ist mir auch ein Anliegen, dass Schweizerinnen und Schweizer im Alltag ein stärkeres Bewusstsein für globale Zusammenhänge entwickeln. Als Konsumentinnen und Konsumenten haben wir eine Macht, aber auch eine grosse Verantwortung. Es kann uns doch nicht egal sein, dass wir häufig ausbeuterische Konzerne unterstützen, die ihre Mitarbeitenden unter miserabelsten und menschenunwürdigen Bedingungen beschäftigen. Ich wünsche mir, dass Produkte aus fairem Handel bald für alle eine Selbstverständlichkeit sind. Nicht nur für uns als private Konsumenten, sondern dass auch staatliche Verwaltungen nur noch gerecht produzierte Waren einkaufen (PC’s, Rohstoffe wie Steine etc.). Schliesslich möchte ich mit meinen Steuergeldern keine Ausbeutung von Menschen unterstützen!

Mehr zu diesen Themen findet man auch bei:

TearFund Schweiz – Internationale Entwicklungs- und Nothilfeorganisation
StopArmut2015
Erklärung von Bern
Solidar Suisse (eh. SAH)

July 17, 2011
by Tania
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Mein politisches Profil auf smartvote.ch

Mein Smartvote Profil mit meinen persönlichen Antworten zu verschiedensten Themen ist hier abrufbar. Smartvote ist ein online-Tool, das WählerInnen mittels Fragebogen helfen soll, die Politiker zu finden, die am nächsten bei den eigenen Ansichten sind.

Untenstehend ein Bild meines “Smartspiders”, offizielle Definition: “Die smartspider-Grafik erstellt ein politisches Profil anhand der Zustimmung zu acht Themenbereichen/Zielen. Ein Wert von „100“ steht für eine starke Zustimmung, ein Wert von „0“ für eine Ablehnung der formulierten Ziele.” Diese Zuteilung ist jedoch nicht über alles erhaben, wie der Blog von David Herzog aufzeigt.

Interessant ist, dass für die Smartvote-Werbekamapage der APG – welche die Bürger dazu ermutigen soll, den Online-Fragebogen auszufüllen – mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen berücksichtigt wurden (siehe interessanten und kritischen Blog-Beitrag von Philippe Wampfler). Damit wird dem sinkenden Frauenstimmenanteil ein Bärendienst erwiesen. Ich wünsche mir, dass in Zukunft vermehrt Initiativen ergriffen werden, um besonders Frauen anzusprechen und sie zu motivieren, sich politisch zu engagieren.

Wenn Sie nun wissen möchten, wer in Bern nach Ihren Vorstellungen politisieren wird, können Sie hier den Fragebogen ausfüllen – Sie erhalten dann einen Vorschlag mit den besten Übereinstimmungen mit den in Ihrem Kanton wählbaren Kandidaten.

June 8, 2011
by Tania
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Die Macht der Werbeindustrie und die Verantwortung der Politik

Die Macht der Werbeindustrie und die Verantwortung der Politik

Ich habe mir kurz überlegt, ob ich ein solches „Frauen-Thema“ überhaupt auf meinem politischen Blog veröffentlichen soll oder nur auf meiner Website über Frauen-Vorträge. Dann fand ich aber: doch. Erstens ist ja etwas mehr als die Hälfte unserer Bevölkerung weiblich und zweitens: Kein Mann, der nicht von Frauen umgeben ist (Mutter, Schwester, Ehefrau, Freundin) und somit betrifft dieses Thema letztendlich alle und ist nicht nur eine „Randerscheinung“.

Letzten Sonntag war ich in Huttwil (BE) um vor rund 300 jungen Frauen zusammen mit Jasmin Rechsteiner, Miss Handicap 2010, ein Interview über Selbstwert zu geben. Es macht mir zu schaffen, wieviele Frauen unter Essstörungen leiden und ihren eigenen Körper verstossen. Besonders junge Frauen sind in diesem Bereich sehr verletzlich und anfällig, da sie im Vergleich zu meiner und der noch älteren Generation bereits ungleich früher mit krassen und unerreichbaren Schönheitsidealen konfrontiert, ja sogar bombardiert werden.

Deshalb war es den Organisatoren des „Girlicious Camp“ (Wochenende von Tänzerinnen und Leiterinnen aus der ganzen Schweiz von Roundabout, einem Streetdance-Netzwerk) wichtig, eine andere, positivere Botschaft auszusenden: Auch wenn du anders bist, als es die Norm oder die Gesellschaft verlangt – du kannst ein erfülltes und glückliches Leben haben. Es definiert sich nicht alles über das Aussehen – auch wenn gewisse Branchen uns das glauben lassen möchten.

So erzählten Jasmin und ich (in meiner Rolle als Vize-MissMolly 2004) von unseren eigenen Erfahrungen und wichtigen Schlüsselerlebnissen, wie wir mit diesen Zweifeln und Schwierigkeiten umgingen und vom Prozess, wie wir dann zu einem gesunden Selbstwert gefunden haben.

Ein thematisieren dieser prekären Situation (z.B. in Form von solchen Anlässen) ist bitter nötig, denn sogar schlanke Frauen wie aus dem Katalog sind von der Unzufriedenheit ihrem eigenen Körper gegenüber betroffen. Wen wunderts? Kaum ein Plakat oder Titelseite eines Magazins, wo das Foto nicht retouchiert wurde. Frauen haben keine Orangenhaut, keine Falten, keine Augenringe und vor allem: keine Poren mehr. Wer sich mit diesen Bildern vergleicht, wird immer verlieren und sich schlecht fühlen. Wieso müssen Fotos (teilweise) so unkenntlich verändert werden? Scheinbar verlangt „die Branche“ dies. Aber wer ist „die Branche“?

Dieselbe Branche, die fand, dass unsere Miss Schweiz Kerstin Cook mit einem eigentlich schon fast untergewichtigen BMI von rund 19 noch mehr abnehmen müsse, weil sie für Werbung „zu dick“ sei…! Wollen wir wirklich nur noch perfekte Körper und Gesichter sehen, deren „Vollkommenheit“ wir nie erreichen können und uns dabei ständig unglücklich fühlen – im schlimmsten Fall uns wegen solch „kleinen ästhetischen Dingen“ sogar gefährlichen Operationen unterziehen? Das ist einfach krank und es muss ein Umdenken in unseren Köpfen stattfinden.

Um das zu erreichen, muss die Politik aktiv werden und eingreifen, da es scheinbar keine natürliche oder gesunde „Selbst-Regulation“ in der Werbeindustrie gibt. Die „Branche“ – wer auch immer das genau ist – wird über kurz oder lang unsere Gesellschaft zerstören, wenn sie weiterhin solch kranke Schönheitsideale propagiert. Der Schutz und die Erhaltung einer gesunden Persönlichkeit sollte auch ein klares politisches Ziel unseres Landes sein.

Ein Schritt in diese Richtung machte die junge EVP (*jevp) als sie 2006 die Petition „Freie Sicht“ gegen sexistische Werbung lancierte. Bis im Dezember 2006 konnten 17’745 Unterschriften gesammelt werden. Der damalige Nationalrat Heiner Studer reichte anschliessend eine parlamentarische Initiative ein, welche ein Verbot von übersexualisierter und geschlechterdiskriminierender Werbung bringen sollte. Leider wurde daraus nichts, wohl im Namen der „Freiheit“. Dass aber diese „Freiheit“ der einen die Identität von anderen nachhaltig und gravierend schädigt (Zahlen, Statistiken, Beispiele gibt es ja genug!), spielt wohl keine Rolle…..! Das ist doch einfach nur traurig und beschämend, wie wenig uns der Schutz von jungen Frauen (auch junge Männer sind zunehmend betroffen) wert ist.

Wer sich vertieft mit dem Thema auseinander setzten möchte findet hier einen Link zu einem tollen Video von Dove, einen berührenden Blog-Artikel einer jungen Frau sowie ein anderes eindrückliches Video über die verheerende Rolle der Werbeinstrustrie in unserer Gesellschaft.

May 30, 2011
by Tania
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Die Schweiz, ein einzig Volk von … Randgruppen!

Es wäre interessant eine Studie zu haben, die über die letzten Jahrzehnte verfolgt hat, wie unsere Gesellschaft mit Menschen umgeht, die nicht in ihr „Raster“ passen – und was die Kriterien sind, die dieses „Raster“ ausmachen. Es scheint mir, dass wir immer mehr „Feindbilder“ oder sogenannte „Sündenböcke“ haben, die für all unsere Probleme als „wahre Schuldige“ herhalten müssen – um uns von unseren eigenen Fehlern und Unzulänglichkeiten abzulenken.

Ein paar Beispiele, um meine Theorie zu untermauern (die Liste kann beliebig fortgesetzt werden):

- Bist du übergewichtig, hast du dich nicht im Griff, bist undiszipliniert, ungepflegt, faul, ein/e Versager/in und an den steigenden Krankheitskosten schuld. Isst du mal in der Öffentlichkeit im Sommer ein Eis, wirst du von allen Seiten verächtlich angeschaut, wobei schlanke Menschen unbehelligt ihren kulinarischen Gelüsten fröhnen können.

- Bist du aus Altersgründen nicht mehr berufstätig und kannst demzufolge im Sinne unserer Gesellschaft nicht mehr „leisten“ bist du nichts mehr wert. Und falls du noch eine Operation brauchen solltest, kannst du nur hoffen, dass der Krankenkasse dein Leben genug Wert ist, um auch im höheren Alter die nötige medizinische Versorgung zu erhalten.

- Hast du nach der Lehre keine Stelle gefunden, hast du Pech, da du schnell ausgesteuert wirst und kaum mehr eine Chance hast, wieder ins Berufsleben einzusteigen – da heute vor allem Stellen ausgeschrieben sind, wo man bereits Berufserfahrung mitbringen sollte. Für deine missliche Lage kannst du übrigens den netten Parteien und Vertretern danken, die damals für die Revision des Arbeitslosengesetzes im September 2010 gestimmt haben, dies waren: Bundesrat, Parlament, BDP, CVP, FDP, Grünliberale, SVP. Diese verheerende Entscheidung hat deine Situation erheblich verschlechtert. Nur EVP, Grüne und die SP haben damals dagegen gestimmt und sich solidarisch mit den schwächsten Gliedern unserer Gesellschaft gezeigt.

- Hast du eine Einschränkung aufgrund einer Krankheit, bist du auch eine Kostenbürde und vermutlich sowieso selber an deiner Erkrankung schuld (schlechter Lebenswandel etc.).

- Bist du arbeitslos, hast du dir wohl einfach zu wenig Mühe gegeben (schliesslich – das sagen ja die bürgerlichen Parteien: „Wer will, der kann“).

- Und last but not least: Wenn du Ausländer/in bist, ist eigentlich egal was du machst – arbeitest du, nimmst du uns die Jobs weg, arbeitest du nicht, liegst du uns auf der Tasche….und in beiden Fällen bist hauptsächlich du am Klimawandel, unseren Energie- und Mobilitätsproblemen schuld….

Summieren wir diese Gruppe von „unerwünschten Personen“ – auf wieviel würden wir dann kommen? Das ist doch eine zu hohe Zahl von Sündenböcken, die an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt werden. Wir können nicht immer mehr Personen aus dem gesellschaftlichen Leben ausschliessen. Wenn das so weitergeht, haben wir bald mehr „Randgruppen“ als Personen, die aktiv am gesellschaftlichen und politischen Leben teilhaben können.

Wollen wir das? Lasst uns diese prekäre Entwicklung stoppen!
Wie können wir das erreichen?

Meine Ideen:

Sensibilisierungskampagnen zu diesem Thema die aufzeigen sollen, dass es jeden treffen kann (Arbeitslosigkeit, Krankheit etc.) und man schon bald selber zu den „Randständigen“ gehören könnte, wenn diese „Mentalität der Verurteilens“ so weiter geht.

Und – politisch wohl nicht umsetzbar – wäre ein Sinneswandel jedes Einzelnen und dann der ganzen Gesellschaft hinzu einer Wertehaltung, die geprägt ist von gegenseitiger Wertschätzung und Respekt, Voraussetzung für eine wirklich gesunde Schweiz. Dazu ein vernünftiges Mass an „vor der eigenen Haustüre wischen“ und nicht alle Schuld immer bei den anderen suchen.

Was sind deine Ideen?

May 14, 2011
by Tania
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Der Mythos des unbegrenzten Wachstums

Grad kürzlich bin ich wieder über das sehr treffende Zitat von Kenneth E. Boulding (1910-1993) gestolpert: „Wer in einer begrenzten Welt an unbegrenztes exponentielles Wachstum glaubt, ist entweder ein Verrückter oder ein Ökonom.

Alle schreien nach Wachstum. Bei jeder Bewertung von Unternehmen wird das (Umsatz-/Gewinn-) Wachstum als zentraler Faktor hervorgehoben. Sobald ein Unternehmen die Erwartungen der Anleger (bzw. die Prognosen der sogenannten „Analysten“) nicht erfüllt, sinkt der Aktienkurs – und dies obwohl teilweise hohe Wachstumsraten und Gewinne verzeichnet wurden. Wohin soll das führen?

Auch beim Bewerten des Zustandes der Schweiz wird das Wachstum (BNE = Bruttonationaleinkommen, früher BSP) fast als einzig relevanter Faktor hervorgehoben. Als ob ein ständiges (Wohlstands-)Wachstum das einzig erstrebenswerte Ziel und der Gradmesser für den Zustand unserer Gesellschaft sei. Es scheint mir, dass man vergessen hat, dass all unsere Ressourcen endlich sind. Wir haben nur beschränkten Platz zur Verfügung, um zu Wohnen, Lebensmittel anzubauen und Produkte herzustellen. Auch sind andere Ressourcen wie Wasser endlich, die lebenswichtig für uns Menschen, Tiere und Pflanzen sind. Ein immerwährendes Wachstum ist weder realistisch noch nachhaltig. Aber weshalb wird unaufhörliches Wachstum als so erstrebenswert angesehen?

Gäbe es nicht andere Kenngrössen, die wichtigere Aussagen über den „echten“ Zusand unserer Gesellschaft machen? Ist es nicht wichtiger, wie ein Land / eine Gesellschaft mit den Schwächsten Gliedern umgeht? Ich denke da an Menschen mit Leistungseinschränkungen, sei es wegen psychischer Probleme oder körperlichen Benachteiligungen. Oder Menschen, die an schweren Krankheiten leiden oder „alte“ Menschen, die nicht mehr arbeiten können.

In einer Gesellschaft, wo auch Leistung als eines der wichtigsten Maxime angeschaut wird – was löst das in diesen Menschen aus? Mit unserer Mentalität „Leistung muss sich lohnen“ grenzen wir immer mehr Menschen aus und erhöhen den Druck auf die (noch) gesunden Menschen. Psychische Probleme wie „Burn out“ nehmen zu, gleichzeitig wird dieses Thema immer mehr tabuisiert, betroffene Menschen schnell als „Schwächlinge“ oder ähnliches abgestempelt und trotzdem immer mehr Leistung gefordert und der Druck erhöht. Paradox, nicht?